Abstillen

Abstillen: Wann und wie sollte Frau abstillen?


Das Abstillen ist zweifelsohne eine der schwierigsten Aufgaben in der Mutter-Kind-Beziehung. Schließlich bedeutet es eine Abnabelung voneinander, Nähe und Geborgenheit gehen verloren. Dennoch ist früher oder später der Zeitpunkt gekommen, an dem das Kind entwöhnt werden sollte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt das Abstillen nach etwa sechs Monaten. Bis dahin sollten Babys ausschließlich über die Muttermilch ernährt werden. Allerdings handelt es sich hierbei lediglich um eine Empfehlung, je nach individuellen Gegebenheiten, Erkrankungen bei der Mutter, einem Stillstreik beim Kind oder ähnlichem kann auch früher abgestillt werden. Ebenso kann ein späteres Abstillen in Frage kommen, ohne dass es dem Kind schadet.

Im Gegenteil, vielfach wird sogar davon ausgegangen, dass die Bindung zwischen Mutter und Kind durch längeres Stillen verbessert wird. Zusätzlich soll das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, durch längeres Stillen verringert werden können. Den perfekten Zeitpunkt zum Abstillen gibt es also nicht, die perfekte Methode übrigens auch nicht. Insgesamt sind drei Varianten des Abstillens gängig:

1. Natürliches Abstillen
2. Allmähliches Abstillen
3. Abruptes Abstillen

Das natürliche Abstillen


Das natürliche Abstillen erfolgt allmählich, es geht meist vom Kind aus. In Folge eines Stillstreiks kann das natürliche Abstillen erfolgen, aber auch, wenn die Mama merkt, dass das Baby die Brust nicht mehr so gut annimmt.

Lässt es sich nur noch kurze Zeit anlegen oder nimmt die Brust überhaupt nicht an, ist das für Mütter, die gerne länger stillen wollen, nicht ganz einfach. Sie müssen sich aber überwinden und sollten dem Baby die Brust, die es nicht will, nicht immer und immer wieder anbieten. Stattdessen ist es sinnvoller, wenn dem Baby Beikost, wie das Fläschchen oder eine Breimahlzeit angeboten werden.

Der Vorteil beim natürlichen Abstillen besteht darin, dass es allmählich erfolgt. So kann sich die Milchproduktion bei der Mutter zurückbilden, ohne dass es zu Problemen kommt. Je nach Kind kann das natürliche Abstillen wenige Wochen oder auch einige Monate in Anspruch nehmen.

Das allmähliche Abstillen


Beim allmählichen Abstillen verhält es sich fast genauso, wie beim natürlichen Abstillen. Der hauptsächliche Unterschied besteht darin, dass der Wunsch zum Abstillen von der Mutter ausgeht. Allerdings sollte das Baby, sofern möglich, nicht plötzlich auf die Muttermilch verzichten. Stattdessen beginnt man, zunächst vor dem Stillen ein paar Löffel Beikost zu geben. Anschließend kann sich das Kind an der Brust satt essen.

Klappt das schon gut, wird die Dosis der Beikost immer weiter erhöht, bis schließlich eine ganze Mahlzeit durch die Beikost ersetzt werden kann. Ideal bietet sich hierfür die Mittags-Mahlzeit an, dann kann das Kind die ungewohnte Beikost noch bis zum Abend verdauen und die Eltern müssen sich über Nacht nicht mit eventuell auftretenden Blähungen plagen.

Auch hier ergibt sich der Vorteil, dass das Baby langsam abgestillt wird und sich so bei geringerer Nachfrage genauso die Milchproduktion der Mutter reduziert.

Das abrupte Abstillen


Diese Form des Abstillens ist nur im äußersten Notfall ratsam. Sie sollte unbedingt mit dem behandelnden Arzt oder der Hebamme abgesprochen werden. Zum Einen wird dem Kind von einem Tag auf den anderen die gewohnte Brust verwehrt, zum Anderen bleibt die Milchnachfrage bei der Mutter urplötzlich aus.

Abrupt abgestillt werden sollte deshalb nur dann, wenn es gar nicht anders möglich ist. Das ist etwa bei schweren Erkrankungen der Mutter der Fall oder wenn diese starke Medikamente einnehmen muss, die über die Muttermilch abgegeben werden.

Da mit dem abrupten Abstillen auch die gewohnte Nähe und Geborgenheit zwischen Mutter und Kind verloren geht, sollte diese durch ausgiebige Kuscheleinheiten, Spielstunden und ähnliches ersetzt werden. Sinnvoll ist es zudem, wenn beim abrupten Abstillen die nächsten Mahlzeiten vom Papa gegeben werden, damit das Kind nicht noch mehr verwirrt wird. Entgegen der allgemeinen Annahmen verbinden Kinder einen bestimmten Geruch mit ihrer Mutter und damit auch mit der Muttermilch. Sie erwarten auf dem Arm der Mama also, jetzt gestillt zu werden, bei Papa, Oma und Opa dagegen ist das nicht der Fall.


© Baby-Guru
erstellt am: 18.06.2012


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Beitrag "Abstillen" erstellt und bearbeitet von Jörg

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