Brustkrebs

Brustkrebs in der Schwangerschaft


Der Brustkrebs ist nicht nur eine der gefürchtetsten Erkrankungen bei Frauen, sondern auch eine der häufigsten. Neben dem Gebärmutterhalskrebs tritt Brustkrebs als häufigste Krebsart in zeitlichem Zusammenhang mit einer Schwangerschaft auf. Sei es, dass der Brustkrebs während der Schwangerschaft entsteht oder kurz nach der Entbindung – die Diagnose ist ein Schock. Dabei kommt Brustkrebs, laut Statistiken, bei drei Prozent aller Fälle in Verbindung mit einer Schwangerschaft vor. Bei 3.000 Schwangerschaften gibt es statistisch gesehen einen Fall von Brustkrebs.

In der Regel sind die betroffenen Frauen zwischen 32 und 38 Jahre alt. Da aber zunehmend mehr Frauen sehr spät Kinder bekommen, gehen Experten davon aus, dass die Zahl der Brustkrebs-Erkrankungen in Verbindung mit einer Schwangerschaft künftig deutlich ansteigen soll.

Diagnose wird spät gestellt


Tritt der Brustkrebs während der Schwangerschaft auf, so kommt es oft zu einer deutlich verzögerten Diagnosestellung. Dies hängt damit zusammen, dass sich die weibliche Brust in der Schwangerschaft grundlegend verändert, so dass erste Symptome erst deutlich später festgestellt werden. Statistiken belegen eine Verzögerung der Diagnose bei schwangeren, aber auch bei stillenden Frauen um fünf bis 15 Monate.

Häufig kann der Brustkrebs deshalb bei schwangeren und stillenden Frauen erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt werden. Um dem vorzubeugen, sollten Schwangere regelmäßig ihre eigenen Brüste untersuchen. Bei den Vorsorgeuntersuchungen sollte auch der Arzt die Brust genauer unter die Lupe nehmen, um Veränderungen, die nicht mit der Schwangerschaft einhergehen, möglichst frühzeitig erkennen zu können.

Für die Untersuchungen beim Arzt stehen die klassischen diagnostischen Maßnahmen zur Verfügung. So kann eine Ultraschalluntersuchung der Brust, auch als Mammasonographie bekannt, ebenso durchgeführt werden, wie eine Mammographie. Dennoch kann trotz dieser weiterführenden Untersuchungen nach einem Erstverdacht der Brustkrebs statistisch gesehen in einem Viertel der Fälle nicht erkannt werden. Das ist auch der Grund dafür, warum tastbare Knoten unverzüglich untersucht werden sollten. Am einfachsten gelingt dies mit einer Biopsie, also einer Gewebeprobe, die unter dem Mikroskop untersucht wird.

Das Brustkrebs-Stadium ist entscheidend


Sollte auf diese Weise der Brustkrebs während der Schwangerschaft bereits diagnostiziert worden sein, ist es nun an der Zeit, das Stadium der Erkrankung herauszufinden. Damit wird festgestellt, ob der Brustkrebs sich schon auf andere Körperregionen ausgeweitet hat. Man unterscheidet dabei die Stadien I bis IV. Diese sind wichtig, um die weitere Behandlung zu planen.

Die Prognose für Frauen, die in der Schwangerschaft an Brustkrebs leiden, ist weniger gut, als bei Frauen, die nicht schwanger sind. Erstere haben statistisch gesehen eine geringere Lebenserwartung. Für viele Frauen stellt sich die Frage, ob sie einen Schwangerschaftsabbruch durchführen sollten. Dies ist in aller Regel nicht notwendig, Ausnahmen gelten aber, wenn die Behandlungsmöglichkeiten aufgrund der Schwangerschaft zu stark eingeschränkt werden.

Wie kann Brustkrebs in der Schwangerschaft behandelt werden?


Kommt es zu Brustkrebs in der Schwangerschaft, stellt sich in erster Linie die Frage, wie dieser sinnvoll zu behandeln ist. In den Stadien I und II kommen vor allem die operativen Maßnahmen zum Einsatz. Eine Bestrahlung ist hier wenig ratsam, da diese auch Auswirkungen auf das Kind haben kann. Unterschieden wird bei operativen Therapieformen in diejenigen, die radikal die komplette Brust entfernen und diejenigen, bei denen an erster Stelle der Erhalt der Brust stehen. Auch während der Schwangerschaft kann die operative Therapie problemlos durchgeführt werden, sie sollte jedoch so früh wie nur irgend möglich erfolgen.

Eine chemotherapeutische Behandlung, die ab dem zweiten Trimenon erfolgen kann, ist in diesen Stadien ebenfalls anzuraten. Dabei ist eine Entwicklungsstörung des Kindes nicht zu befürchten, sofern die Embryonalentwicklung abgeschlossen ist. Lediglich auf die Bestrahlung ist zu verzichten. Wichtig bei einer chemotherapeutischen Behandlung während der Schwangerschaft ist es, sich in einer spezialisierten Klinik behandeln zu lassen, um so unter ständiger Kontrolle zu stehen und auch den optimalen Geburtstermin ermitteln zu können.

Wird der Brustkrebs in der Schwangerschaft in den Stadien III und IV entdeckt, ist genauso hierbei die Chemotherapie anzustreben. Allerdings müssen sich die werdenden Mamas darüber im Klaren sein, dass in diesem Stadium eine begrenzte Lebenserwartung besteht. Nur etwa zehn Prozent der Betroffenen überleben die fünf Jahre, die sich direkt an die Behandlung anschließen.

Kann man trotz Brustkrebs stillen?


Wer in oder kurz nach der Schwangerschaft an Brustkrebs erkrankt ist, kann in der Regel auch stillen. Darauf zu verzichten, verspricht keine Verbesserung der Prognosen. Allerdings sollten Frauen, die eine OP der Brust planen, frühzeitig abstillen, um so die Größe der Brust zu minimieren, wie auch deren Durchblutung.

Wird aktuell eine Chemotherapie durchgeführt, so sollte generell auf das Stillen verzichtet werden, denn die Medikamente können in die Muttermilch gelangen und so dem Kind Schaden zufügen. Insbesondere Cyclophosphamid und Methotrexat sind hierbei bekannt dafür, in die Muttermilch zu gelangen.

Schäden für das Kind sind auch beim Auftreten von Brustkrebs in der Schwangerschaft nicht zu befürchten. Die Erfahrung zeigt, dass die Krebszellen nicht von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Eine besondere Beobachtung der Schwangerschaft ist aber dennoch anzuraten.

Kann man nach der Brustkrebs-Erkrankung schwanger werden?


Auch Frauen, die früher einmal unter Brustkrebs litten, diesen aber erfolgreich besiegt haben, können schwanger werden. Statistiken zufolge wirkt sich eine Schwangerschaft weder negativ auf die Lebenserwartung der betroffenen Frau aus, noch wird das Kind in seiner Entwicklung gestört, wenn früher einmal Brustkrebs bestand. Selbst abgeschlossene chemotherapeutische Behandlungen wirken sich aktuellen Erkenntnissen zufolge nicht negativ auf die Entwicklung des Fötus aus.


© Baby-Guru
erstellt am: 16.06.2012


Schon gelesen?

30.10.2012 - Video: Babys richtig stillen
18.06.2012 - Wochenbett
18.06.2012 - Stillbüstenhalter
18.06.2012 - Stillberaterin
18.06.2012 - Abstillen
16.06.2012 - Gebärmutter
16.06.2012 - Stillstreik
14.06.2012 - Vormilch
14.06.2012 - Muttermilch

Beitrag "Brustkrebs" erstellt und bearbeitet von Jörg

Aktuelle Videobeiträge

 

Baby richtig stillen Baby richtig baden Baby richtig wickeln Gesunde Schwangerschaft