Frauenarzt

Untersuchungen beim Frauenarzt in der Frühschwangerschaft


Werdenden Müttern werden beim Frauenarzt neben der vorgeschriebenen Schwangerenvorsorge weitere Untersuchungen angeboten. Insbesondere dann, wenn die Schwangere älter als 35 Jahre ist oder in der Familie bestimmte Erbkrankheiten oder Behinderungen vorkommen. Viele dieser Untersuchungen sind jedoch keine Kassenleistung, was bedeutet, dass die Eltern diese Untersuchungen selbst bezahlen müssen.

Die Frage ist immer, ob diese Untersuchungen tatsächlich notwendig sind, und welche Konsequenzen das daraus hervorgehende Ergebnis hätte. Sämtliche Untersuchungen beim Frauenarzt oder der Frauenärztin, egal welcher Art, können nie ein 100-prozentiges Ergebnis liefern. Auch werden nicht immer alle Behinderungen oder Krankheiten erkannt, so dass das Risiko, ein nicht gesundes Kind zur Welt zu bringen, dennoch gegeben ist.

Des Weiteren können im Verlauf der Schwangerschaft oder während der Geburt Komplikationen wie Sauerstoffmangel auftreten, so dass die jungen Eltern aller Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz dennoch mit einem behinderten Kind leben müssen. Frauen, die strikt gegen eine Abtreibung sind, egal wie das Ergebnis ausfällt, müssen auch keine der angebotenen Untersuchungen beim Frauenarzt in Anspruch nehmen. Der Frauenarzt oder die Frauenärztin sind gesetzlich dazu verpflichtet, so genannte Risiko-Schwangere (wozu zum Beispiel Frauen ab 35 gehören) auf die zusätzlichen Untersuchungen aufmerksam zu machen. Ob diese dann in Anspruch genommen werden, diese Entscheidung liegt bei jedem selbst.

Ersttrimesterscreening in der Frühschwangerschaft


Das Ersttrimesterscreening umfasst verschiedene Untersuchungen, die im Zeitraum der elften bis 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Als erstes steht eine Nackentransparenzmessung an. Ab der elften Schwangerschaftswoche kommt es zu einer Ansammlung von Flüssigkeit im Nackenbereich des Ungeborenen. Per Ultraschall wird die Größe dieser Nackenfalte gemessen. Bei einer deutlichen Abweichung nach oben ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass bei dem Kind eine Chromosomenstörung vorliegt. Das kann Trisomie 21 (Down-Syndrom) sein, die größere Nackenfalte kann aber auch durch andere Krankheiten und Fehlbildungen entstehen. Dazu gehören eher harmlose Stoffwechselstörungen, ein Nabelbruch, ein Bruch des Zwerchfells oder ein Herzfehler.

Zusätzlich zur Nackentransparenzmessung führt der Frauenarzt eine Blutuntersuchung durch, bei der die Eiweiße PAPP-A sowie ß-HCG gemessen werden. Der Wert von Ersterem ist im Falle eines Downsyndroms wesentlich niedriger, wohingegen der Wert des ß-HCGs höher ist als der Durchschnittswert. Das Ergebnis der Blutuntersuchung ist umso aussagekräftiger, je mehr der Frauenarzt das Alter der Frau sowie die Schwangerschaftswoche in die Berechnung mit einfließen lässt. Die Trefferquote des Bluttests liegt dann bei maximal 90 Prozent. Neben der Messung der Nackenfalte und der Blutuntersuchung werden per Ultraschall weitere Anzeichen für eine Chromosomenstörung gesucht. Dazu gehört unter anderem eine übergroße Harnblase, ein zu breites Nierenbecken, Nasenbein-Anomalien sowie Verdichtungen in den Herzkammern.

Ist der Befund dieser Untersuchungen auffällig, müssen die Eltern entscheiden, ob sie weitere Untersuchungen wie die Chorionzottenbiopsie oder eine Fruchtwasseruntersuchung durchführen lassen. Wenn diese Methoden auch als relativ sicher gelten, sollten Schwangere sich immer darüber bewusst sein, dass es hier zu Komplikationen oder vielleicht sogar zu einer Fehlgeburt kommen kann.

Ein neuerer Bluttest soll diese Gefahren der bisherigen Methoden umgehen. Forschungen zufolge wandern abgestorbene Zellen des Babys über die Nabelschnur in den mütterlichen Blutkreislauf, so dass dort ein gewisser Anteil der DNA des Babys nachweisbar ist. Diese DNA kann inzwischen soweit isoliert werden, dass sich Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit von Trisomie 21 ziehen lassen. Andere Chromosomenstörungen oder Behinderungen können mit diesem Test bislang jedoch nicht nachgewiesen werden, außerdem wird er nur in ausgewählten Kliniken durchgeführt und ist sehr teuer. Die Trefferquote dieses Tests liegt bei 98 Prozent, außerdem kann er in einem sehr frühen Stadium der Schwangerschaft (zehnte Woche) durchgeführt werden. Viele Mediziner, Politiker sowie Interessenverbände für Behinderte stehen diesem Test sehr kritisch gegenüber. Nicht zu Unrecht. Denn es wird befürchtet, dass durch den früheren Zeitpunkt sowie die hohe Trefferquote die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche drastisch ansteigen wird.


© Baby-Guru
erstellt am: 04.01.2013


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Beitrag "Frauenarzt" erstellt und bearbeitet von Jörg

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