Ungeborenes Leben

Ungeborene – Schon im Mutterleib ein vollwertiger Mensch


Werdende Mütter wissen es instinktiv schon lange: Ungeborene bekommen im Mutterleib viel mehr von der Außenwelt mit, als bislang angenommen. Forscher haben sich mit diesem Thema näher befasst und dadurch ganz neue Erkenntnisse erworben. Früher galten Babys erst als vollwertige Menschen, sobald sie dem Mutterleib entschlüpft waren. Schlimmer noch: Ihnen wurde völlige Taubheit, Blindheit und sogar Schmerzlosigkeit nachgesagt. Mit der grausamen Folge, dass Frühgeborene ohne Betäubung operiert wurden! Glücklicherweise sind Mediziner und Forscher auf diesem Gebiet heute viel weiter und nehmen zunehmend Rücksicht auf die Gefühle Ungeborener. So werden medizinische Untersuchungen wie Ultraschall schon länger auf ein Minimum beschränkt, um das Baby im Bauch nicht unnötig zu stören.

Die Mutter als Stimmungsbarometer für das Baby


Die Gefühle der Mutter kommen über den Weg der Plazenta ungefiltert beim Baby an. Das Baby bekommt Freude und Glück, aber auch Anspannung, Stress oder negative Gefühle dem Baby gegenüber durch die mütterlichen Hormone vermittelt, die die Plazenta passieren.

Cortisol ist ein Stress-Hormon, das bei Wut, Ärger und Anspannung im Nabelschnurblut in erhöhter Konzentration nachzuweisen ist. Ist die Mutter glücklich und zufrieden, werden auch die Endorphine an das Kind weiter gegeben. Ungeborene fühlen schon genau, ob sie von der Mutter erwünscht sind oder ob diese eine eher ablehnende Haltung hat – und reagieren darauf.

Die Gehirnentwicklung hängt maßgeblich von den Gefühlen der Mutter ab. Ist die Mutter während der Schwangerschaft dauergestresst, werden sich beim Ungeborenen überwiegend die Synapsen für Stress, Unruhe und Angst ausbilden. Verläuft die Schwangerschaft entspannt und fühlt das Baby sich angenommen, werden hingegen die Nervenverbindungen für Glück und Ausgeglichenheit ausgebildet. Die Gehirnentwicklung „unerwünschter“ Kinder hinkt auch nach der Geburt der Entwicklung der Babys von glücklichen Müttern hinterher. Ultraschallbeobachtungen zeigen, dass Ungeborene von gestressten Müttern sich entweder bewusst klein machen, sich zurückziehen oder mit deutlicher Unruhe und hastigen Bewegungen reagieren. Ab der 28. Schwangerschaftswoche kommt die Mimik des Ungeborenen hinzu. Das Baby bringt Zufriedenheit mit der Andeutung eines Lächelns sowie entspannten Gesichtszügen zum Ausdruck, ist es wütend, legt es die Stirn in Falten.

Stress schadet nur, wenn er dauerhaft ist


Stress und negative Gefühle lassen sich in einer Schwangerschaft nun einmal nicht ganz vermeiden. Sie müssen sich keine Sorgen machen, wenn Sie vorübergehend eine schwierige Phase zu überstehen haben, zum Beispiel Ärger am Arbeitsplatz oder mit dem Partner. Stimmt das Verhältnis zum Baby, fühlt es sich insgesamt erwünscht und brechen auch wieder ruhigere Zeiten an, ist die Welt des Ungeborenen wieder in Ordnung. Forscher gehen davon aus, dass das Erinnerungsvermögen Ungeborener nicht sehr groß ist, so dass kurzzeitige negative Gefühle nicht dauerhaft schaden. Ab dem vierten Monat hilft sogar der mütterliche Körper, den Stress des Babys in Grenzen zu halten. Ein Enzym in der Plazenta ist in der Lage, das Stress-Hormon Cortisol zu reduzieren. Nur bei Dauerstress wird dieses Enzym nicht mehr gebildet.

Alle Sinne beieinander


Die Sinne eines Ungeborenen entwickeln sich unterschiedlich schnell. Schnellstarter ist der Tastsinn, er funktioniert bereits ab einem Alter von 50 Tagen, das Schmerzempfinden ist ab der 22. Woche voll ausgebildet. Der Gleichgewichtssinn ist bei Ungeborenen etwa ab der 17. Schwangerschaftswoche vorhanden. Das Baby merkt dann, wenn die Mutter aufsteht, sich hinsetzt, hinlegt oder ihre Position verändert. Ab der 18. Woche folgt auch der Hörsinn. Die Ungeborenen reagieren auf Geräusche wie Türenknallen oder laute Rockmusik durch Zusammenzucken oder Unruhe, wohingegen klassische Musik oder die Stimme der Mutter das Kleine beruhigt. Ab der 20. Schwangerschaftswoche tut sich noch einmal eine Menge. Das Baby lernt nicht nur zu schlafen, sondern entwickelt die übrigen Sinne: Es kann schmecken, riechen und sehen.

All diese Ergebnisse zeigen, dass ein Ungeborenes bereits im Mutterleib zur Familie gehört und auch entsprechend behandelt werden möchte. Es tut ihm gut, wenn Sie schon in der Schwangerschaft durch Streicheln, Singen, Vorlesen oder einfach die innerliche Zuwendung Kotakt mit ihm aufnehmen. Das gilt übrigens auch für den Vater! Umso leichter klappt es dann mit dem gemeinsamen Start nach der Geburt.


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erstellt am: 23.03.2013


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Beitrag "Ungeborenes Leben" erstellt und bearbeitet von Jörg

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