Wassergeburt

Die Wassergeburt ist heute eine besonders beliebte Form der Geburt, da die Schmerzen deutlich geringer werden und weitgehend auf Schmerzmittel verzichtet werden kann. Ebenfalls ist es möglich, dank der Unterwassergeburt dem Kind die Geburt zu erleichtern und Dammrisse zu vermeiden. Der Geburtsvorgang an sich läuft aber genauso ab, wie bei der Geburt „an Land“.

Geschichte der Wassergeburt


Im Grunde genommen ist die Wassergeburt die älteste Form der Geburten. Denn bereits vor Tausenden von Jahren suchten die Menschen das Wasser auf, wenn es um die Geburt ging. Dabei erkannten sie bereits frühzeitig die heilende Wirkung des Wassers und die Erinnerung an die eigene Entstehung, also das Fruchtwasser. Insbesondere auf Inseln der Karibik und an anderen Orten finden sich heute noch in den Lagunen abgetrennte Bereiche, die vor den Wellen geschützt sind, aber dennoch stets frisches Wasser erhalten. Diese Bereiche wurden schon seit jeher für die Wassergeburten genutzt.

Vorteile der Wassergeburt


Da die Schwangeren bei der Wassergeburt im warmen Wasser liegen, entspannen sich die Muskeln. Das Gewebe und der Geburtskanal werden aufgeweicht und dehnen sich leichter. Dadurch werden Dammrisse vermieden, Dammschnitte kommen deutlich seltener als bei der herkömmlichen Geburt vor. Außerdem verringert sich der Geburtsschmerz, so dass auf Schmerzmittel verzichtet werden kann.

Nachteile der Wassergeburt


Trotz der zahlreichen Vorteile, die die Unterwassergeburt sowohl für die Mutter, als auch für das Kind bietet, gibt es einige Nachteile, derer man sich stets bewusst sein sollte. Nach Expertenmeinung ist die Infektionsgefahr im Wasser höher, als bei einer normalen Geburt. Außerdem können stärkere Blutverluste nicht ausreichend abgeschätzt werden, da das Blut durch das Wasser stark verdünnt wird. Treten Komplikationen während der Geburt auf, dauert es länger, bis geholfen werden kann, da die Mutter erst aus dem Wasser heraus kommen muss.

Wichtige Informationen


Wer sich für eine Wassergeburt entscheidet, wird unweigerlich zunächst einmal im Kreißsaal aufgenommen. Dabei wird die werdende Mutter untersucht und die Wassergeburt wird vorbereitet. Wichtig ist es, dass die Venenzugänge liegend gelagert werden. So kann bei Komplikationen ein Mittel gespritzt werden, das die Wehen hemmt und wodurch sich Zeit gewinnen lässt.

Außerdem ist ein Einlauf bei der werdenden Mutter sinnvoll. Dadurch können die Verunreinigungen während der Austreibungsphase der Geburt verringert werden. Wichtig ist ebenfalls, dass die Mutter bei einer Wassergeburt niemals alleine gelassen wird. Hier besteht grundsätzlich die Gefahr einer Ohnmacht. Durch das Absinken im Wasser kann es zum Ertrinken kommen. Sofern Komplikationen auftreten, sollte direkt neben der Wanne für die Wassergeburt ein Gebärbett zur Verfügung stehen, um schnell handeln zu können.

Auf die richtige Wanne achten


Bei der Wassergeburt ist ebenfalls auf die richtige Wanne zu achten. So sollte diese frei im Raum aufgestellt werden. Ebenfalls ist die Beleuchtung von großer Bedeutung, sie muss den Bereich der Wanne gut ausleuchten, es darf jedoch nicht zu Spiegelungen kommen. Außerdem sollte stets eine einfache Möglichkeit bestehen, das Wasser wieder zu verlassen. So ist dies bei auftretenden Komplikationen notwendig, aber genauso, wenn die Frau sich in der Wanne nicht mehr wohlfühlt.

Nicht immer ist eine Wassergeburt möglich


Trotz all dieser Vorteile ist eine Wassergeburt nicht immer möglich. So sollte darauf verzichtet werden, wenn Mehrlingsgeburten bevorstehen, ebenso wie bei Frühgeburten und Beckenendlagen des Babys. Weiterhin sollte auf die Wassergeburt verzichtet werden, wenn der Mutterkuchen das Kind nicht ausreichend versorgen kann. Bei grünem Fruchtwasser und auffälligen Herztönen des Babys sollten sich die Eltern ebenfalls für eine herkömmliche Geburt entscheiden. Dies gilt ebenfalls bei Infektionen der Mutter mit HIV, Hepatitis oder Herpes.


© Baby-Guru
erstellt am: 10.09.2011


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Beitrag "Wassergeburt" erstellt und bearbeitet von Jörg

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