Schwangerschaftsbeschwerden

Was mache ich gegen meine morgendliche Übelkeit und andere Schwangerschaftsbeschwerden?


Der wachsende Bauch, Hormone und andere Faktoren wirken sich während einer Schwangerschaft auf das Wohlbefinden und die Verdauung der schwangeren Frau aus. Rund drei Viertel der Frauen leiden beispielsweise an Übelkeit und jede zweite muss mindestens einmal während der Schwangerschaft erbrechen. Lieblingsdüfte werden plötzlich unerträglich und Vegetarierinnen sehnen sich nach Fleisch. Eine Schwangerschaft verändert Vieles. Nachfolgend finden sich Tipps zu den häufigsten schwangerschaftsbedingten Unpässlichkeiten. Falls diese keine Linderung verschaffen oder der Verlauf der Schwangerschaft negativ beeinflusst wird (z. B. durch Gewichtsverlust), soll dringend die Ärztin resp. der Arzt aufgesucht werden.

Übelkeit und Erbrechen
Viele Schwangere leiden zu Beginn der Schwangerschaft an Übelkeit und Erbrechen. Bei den meisten gehen diese Unpässlichkeiten nach den ersten drei Monaten wieder vorbei. Abhilfe schaffen können folgende Maßnahmen: Leichte und dafür häufigere Mahlzeiten über den Tag verteilt einplanen (5-6 Mahlzeiten). Sehr fettreiche Gerichte wie Frittiertes, Soßen und Desserts sowie scharfe Speisen und intensiv riechende und schmeckende Gewürze meiden. An etwas Saurem, z. B. einem Zitronenstückchen, lutschen. Viel an die frische Luft gehen und Räume regelmäßig gut durchlüften. Bei Morgenübelkeit: Bereits vor dem Aufstehen im Bett etwas Kleines essen oder trinken (Zwieback, Knäckebrot, Brot, Fruchtsaft). Bei Erbrechen den Flüssigkeitsverlust durch ausreichendes Trinken ausgleichen.
Erbrechen kann auch zu ernsthaften Gefahren führen, je nach dem wie oft und wie viel erbrochen wird. In solchen Fällen sollte immer ein Arzt konsultiert werden, damit ein bedenklichen Wasser- und Elektrolytverlust verhindert werden kann.

Sodbrennen
Sodbrennen tritt häufig gegen Ende der Schwangerschaft auf, kann aber auch schon früher beginnen; es wird u.a. durch den Druck verursacht, den das Baby auf den Magen der Mutter ausübt. Abhilfe schaffen kann Folgendes:
Den Magen nicht mit großen Mahlzeiten überfüllen, sondern über den Tag verteilt 5-6 kleine Mahlzeiten einnehmen.
Sich nach den Mahlzeiten nicht gleich hinlegen.
Nicht zu salzig oder zu scharf würzen.
Kohlensäurehaltige Getränke meiden.
Nach dem Essen Fencheltee trinken.
Stark säurehaltige Früchte und Fruchtsäfte meiden.
Kaffee und starken Schwarztee mit Zurückhaltung konsumieren.
Alkoholische Getränke meiden.
Einige ungeschälte Mandeln langsam zerkauen.
Keine eiskalten Getränke und Speisen konsumieren.
Ofenfrisches Brot und Gebäck mit Zurückhaltung verzehren.
Produkte mit Pfefferminz (Tee, Kaugummi, Bonbons) meiden.
Schokolade mit Zurückhaltung genießen.
Fettreiche Nahrungsmittel und Zubereitungsarten einschränken.

Blähungen und Völlegefühl
Blähungen und Völlegefühl sind weitere mögliche Beschwerden während einer Schwangerschaft. Ver-antwortlich dafür können der Druck des wachsenden Bauches sowie die durch Schwangerschaftshormone verlangsamte Darmtätigkeit sein. Das kann Abhilfe schaffen: Häufige, dafür kleinere Mahlzeiten verzehren. Langsam und in Ruhe essen. Nahrungsmittel meiden, auf die Sie mit Blähungen reagieren; das könnten die verschiedenen Kohlarten, Lauch, Knoblauch, Zwiebeln, Süßmais oder Hülsenfrüchte sein. Stark kohlensäurehaltige Getränke meiden. Fenchel- oder Kümmeltee wirkt lindernd, ebenso das Kauen von Fenchel- oder Kümmelsamen.

Salmonellose
Die Ansteckung mit Salmonellen erfolgt meist durch Speisen mit rohen Eiern oder durch rohes Geflügel. Die ersten Symptome können nach wenigen Stunden bis zu 3 Tage auftreten. Dies können plötzlich auftretende Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, wässrige, meist nicht blutige Durchfälle und Fieber sein.

Campylobacteriose
Campylobacter sind Bakterien, die durch rohes Fleisch, insbesondere Geflügel und Rohmilchprodukte übertragen werden. Betroffene weisen Symptome wie Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, hohes Fieber, heftiges Erbrechen, akute kolikartige Bauchschmerzen oder Durchfälle auf.

Verstopfung
Während der Schwangerschaft ist die Darmtätigkeit unter anderem aus hormonellen Gründen verlangsamt, was zu Verstopfung führen oder diese verschlimmern kann. Auch Eisen-Präparate können verstopfend wirken, in welchem Fall ein Präparate-Wechsel mit der Ärztin resp. dem besprochen werden sollte. Abhilfe schaffen können folgende Maßnahmen: Rund 2 Liter pro Tag trinken (Wasser, Kräuter- und Früchtetee, verdünnter Fruchtsaft). Nahrungsfaserreiche Nahrungsmittel bevorzugen: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Gemüse, Früchte.
Sich regelmäßig körperlich bewegen und mit gezielten Gymnastikübungen die Darmtätigkeit anregen. Sich regelmäßig morgens oder abends nach dem Essen genügend Zeit für den Gang zur Toilette nehmen. Stuhldrang nicht ignorieren.
Allenfalls fällt die Erhöhung der Nahrungsfaserzufuhr mit Hilfe eines Supplementes (z. B. Kleie, Leinsamen, Flohsamen) leichter. Z. B. als Ergänzung im Müsli mit Joghurt oder Milch. Dies erfordert zusätzlich mehr Flüssigkeit, damit die Nahrungsfasern gut quellen können; mehr trinken oder Körner und Kleie vor dem Konsum (z. B. über Nacht) einweichen.

Heißhunger, Gelüste und Ekelgefühle
Schwangerschaftshormone beeinflussen und verändern das Geruchs- und Geschmacksempfinden. Oft klagen Schwangere über Heißhunger und Gelüste auf Nahrungsmittel, die vorher nie verzehrt wurden. Umgekehrt werden manchmal auch Lieblingsspeisen plötzlich nicht mehr vertragen und erregen Ekel. Gegen den Ekel hilft nur den Auslöser zu meiden. Aber gegen Heißhunger und zur Abschwächung mancher Gelüste könnte Folgendes helfen:
Den Tag mit einem Frühstück starten und auf einen regelmäßigen Mahlzeitenrhythmus achten. Kleine Zwischenmahlzeiten einnehmen, bestehend aus Früchten, Gemüse, Milch, Joghurt, Vollkornbrot mit Hüttenkäse oder Magerquark. Bei Heißhungerattacken fettarme bzw. fettreduzierte Produktvarianten bevorzugen, um eine übermäßige Gewichtszunahme zu verhindern.

Ödeme
Ödeme sind Anschwellungen der Beine, der Füße, der Arme und manchmal des Gesichts; sie sind auf Wassereinlagerungen im Gewebe zurückzuführen. Auf jeden Fall müssen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt konsultieren, um die Ursache der Ödeme abzuklären.

Muskelkrämpfe
Während der Schwangerschaft kann es zu Krämpfen in Waden und Oberschenkeln kommen. Das kann einerseits ein Hinweis auf einen Mangel an Spurenelementen (z. B. Magnesium, Kalzium) sein oder andererseits am zusätzlichen Körpergewicht liegen, welches die Beinmuskulatur tragen muss. Unangenehmerweise treten die Krämpfe häufig nachts auf. Krämpfe lassen durch Dehnung, Massage oder Bewegung schnell wieder nach.

Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)
Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes ist eine spezielle Form der Zuckerkrankheit, die sich während der Schwangerschaft entwickelt. Betroffene Frauen merken oft nichts von ihrer Erkrankung, da sie meist beschwerdefrei bleiben. Anzeichen, wie etwa ein gesteigertes Durstgefühl, Harnwegs- und Nierenentzündungen, Zuckernachweis im Urin, Veränderungen der Fruchtwassermenge, Wachstumsstörungen des Ungeborenen, übermäßige Gewichtszunahme und erhöhter Blutdruck können auftreten. Betroffene bedürfen einer speziellen Therapie.
Wenden Sie sich an Ihre/n Arzt/Ärztin.

Quelle: Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE