Stoffwindeln

Es gibt Mütter, die sich aus Kosten- oder Umweltgründen für das Wickeln mit Stoffwindeln entscheiden. Dabei ist der Kostenfaktor bei Stoffwindeln nicht unbedingt geringer, denn diese müssen ja täglich gewaschen werden. Dadurch wird Strom verbraucht und genauso Wasser, was ja ebenfalls Kosten verursacht. Gerade bei dieser Art von Wäsche ist es notwendig, bei hohen Temperaturen zu waschen. Auch der Umweltfaktor ist nicht unbedingt ein Argument. Zwar wird durch Stoffwindeln der Müllberg klein gehalten, aber durch das Waschen wird Waschmittel verbraucht, was nicht gerade umweltschonend ist. Etwas preisgünstiger wird es durch mobile Windeldienste, die jeweils eine Wochenration Windeln liefern und die verschmutzten Windeln zum Reinigen mitnehmen. Hier besteht das Problem eher in der Geruchsentwicklung, wenn die vollen Windeln ein paar Tage lang gelagert werden müssen, bevor sie wieder abgeholt werden.

Manche Mütter haben jedoch einen guten Grund, sich für das Wickeln mit Stoffwindeln zu entscheiden. Es gibt durchaus Babys, deren Haut zu empfindlich für Einwegwindeln ist. Egal, welche Windelsorte ausprobiert wird, das Baby reagiert mit einem derart wunden Po, dass das Reinigen zur Qual wird. Pusteln, nässende Bläschen und gar offene, blutende Stellen bereiten dem Baby arge Probleme. Dann können Stoffwindeln die Rettung sein und der Po kann in einem gesunden Klima endlich abheilen.

Wer sich für Stoffwindeln entscheidet, steht vor der Qual der Wahl, denn es gibt viele verschiedene Varianten. Die preisgünstigste Variante besteht in den Stoffwindeln, wie sie auch zu Großmutters Zeiten schon verwendet wurden. Dazu werden Windeltücher entsprechend gefaltet, kleinere Molton-Einlagen sorgen für die Aufnahme von Nässe. Mittlerweile gibt es im Handel genauso Einwegeinlagen, die den Aufwand des Reinigens ein wenig geringer halten. Die Windel wird in einer bestimmten Technik, die die Hebamme zeigen kann, um Babys Po drapiert, darüber kommt in der Regel eine wasser-undurchlässige Windelhose. Das Problem bei dieser Wickeltechnik ist jedoch, dass wiederum keine Luft an Babys Po kommt, weil der Po durch die Plastikhose absolut abgedichtet ist.

Eine wesentlich bessere Alternative sind Strickwindeln. Diese sind zwar etwas teurer in der Anschaffung, aber wesentlich hautfreundlicher, weil luftdurchlässig und vor allem viel einfacher in der Handhabung, wenn die Mutter den Dreh erst einmal heraus hat. Diese Strickwindeln erinnern an dem hinteren Teil von der Form her an eine herkömmliche Windel. Dieser hintere Teil ist mit einem langen Band zu beiden Seiten versehen, mit dem die Windel später zugebunden wird. Nach vorne hin verläuft ein recht langer, gerader Schal, der entsprechend der Größe des Babys gefaltet werden kann. Die Windel wächst praktisch mit. Durch die Falttechnik kann die Mutter die Windel stets den Bedürfnissen des Babys anpassen. Diese Strickwindeln werden ebenfalls noch mit Molton- oder Einwegeinlagen versehen. Wer die Windeln nach dem Waschen gleich vorbereitet und faltet, hat immer eine ausreichende Menge fertiger Windeln parat liegen. Über die Windel gehört eine Hose aus Schafwolle, die zum Einen Nässe aufnimmt, zum Anderen aber auch die Luft an Babys Po zirkulieren lässt. Da Stoff oder Strick die Nässe nicht so gut abhalten wie Einwegwindeln, muss allerdings in kürzeren Abständen gewickelt werden, was wiederum gut für Babys Po ist. Die Windeln sollten maximal zwei Tage gelagert werden, bevor sie gewaschen werden. Pro Tag werden ungefähr sechs bis sieben Windeln benötigt, was bedeutet, dass zur Grundausstattung knapp 30 Windeln gehören sollten. Zusätzlich sollten zwei bis drei Windelhosen aus Schafwolle angeschafft werden, weil diese ja zwischendurch auch einmal gewaschen und getrocknet werden müssen. Das hört sich jetzt erst einmal viel an, jedoch ist die Anschaffung ja einmalig und die Windeln können bis zum Ende des ersten Lebensjahres verwendet werden. Danach empfiehlt sich dann doch der Wechsel auf Einwegwindeln, weil die Urinmengen größer werden und von den Stoffwindeln kaum noch gehalten werden können. Bis dahin dürfte Babys Haut sich auch schon etwas stabilisiert haben, sodass das Wickeln mit Einwegwindeln kein Problem mehr darstellt.

Beitrag erstellt von Jörg

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