Trocken werden

Um trocken zu werden, müssen die Kleinen erst einmal die Vorgänge in ihrem Körper begreifen und steuern lernen. Diese Fähigkeit ist bei jedem Kind unterschiedlich, weshalb sich nichts erzwingen lässt. Irgendwann im Verlauf des zweiten Lebensjahres bekommen die Kinder möglicherweise ein Interesse daran, das Töpfchen auszuprobieren. Dieses sollte erst einmal spielerisch eingeführt werden. Dafür kann das Töpfchen erst in das Zimmer gestellt werden, ohne dass irgendwelche Erwartungen daran geknüpft sind. Sinn macht das so genannte Töpfchentraining ohnehin erst, wenn die Kleinen selbst merken – und dies auch sagen -, dass etwas in der Windel angekommen ist. Dann sind die Kleinen soweit, dass sie die Vorgänge begreifen und einen Zusammenhang zwischen dem komischen Gefühl im Bauch und dem anschließenden Geschäft herstellen. Wer es aushalten kann, lässt das Kleine beim eigenen Gang zur Toilette zuschauen, denn wie in allen anderen Bereichen, ist das Vorbild das beste Mittel zum Zweck.

Je weniger Druck aufgebaut wird, umso weniger Probleme entstehen rund um das Thema sauber werden. Ein idealer Zeitpunkt, mit der Sauberkeitserziehung zu beginnen, ist die warme Jahreszeit. Dann kann das Kleine im Garten ohne Hose herumlaufen und bekommt so recht schnell ein gutes Gefühl, wann es Wasser lassen muss. Wenn einmal etwas in die Hose geht, sollte niemals geschimpft werden. Schließlich müssen die Kleinen erst lernen, richtig auf die Signale ihres Körpers zu reagieren. Das ist gerade am Anfang schwer, vor allem wenn das Kleine gerade in ein Spiel vertieft ist. Wenn Druck aufgebaut wird, führt das höchstens dazu, dass das Kind sich weigert, auf das Töpfchen oder die Toilette zu gehen. Es gibt übrigens Kinder, die das Töpfchen von vornherein ablehnen und lieber wie die Großen die Toilette benutzen. Ein entsprechender Sitzverkleinerer und ein Hocker vor der Toilette können hier hilfreich sein.

Manche Kinder zeigen mit 18 Monaten schon Interesse am Töpfchen, während andere erst mit drei Jahren dazu zu bewegen sind. Alles in dem Bereich ist normal. Die meisten Kinder werden erst trocken und später erst sauber. Es ist nicht selten, dass die Kinder für ihr großes Geschäft eine Windel umhaben möchten und sich zur Verrichtung dann in eine stille Ecke des Hauses zurückziehen. Das liegt daran, dass die Kontrolle über den Schließmuskel des Darms erst später erfolgt. Der Harndrang kann in der Regel früher kontrolliert werden. Und auch wenn die Kleinen tagsüber schon eine Weile trocken sind, kann es gut sein, dass es noch ein halbes Jahr oder länger dauert, bis die Windel genauso in der Nacht trocken bleibt. Es ist nicht selten, dass Kinder mit vier oder fünf Jahren nachts noch eine Windel brauchen. Hier besteht noch kein Grund zur Sorge, auch dies wird irgendwann der Vergangenheit angehören.

Normalerweise sind Kinder in einem Alter von drei Jahren trocken. Dabei spielt es keine Rolle, wie früh mit der so genannten Sauberkeitserziehung begonnen wurde. Da die Kinder erst ab einem bestimmten Alter ihre Körperfunktionen kontrollieren können, macht es wenig Sinn, zu früh mit dem Töpfchentraining zu beginnen. Besser ist es, auf die Signale der Kinder richtig zu reagieren, anstatt unnötigen Druck aufzubauen. Mädchen sind in ihrer Entwicklung den Jungen meist einen Schritt voraus. Das gilt genauso bei diesem Thema. So verwundert es nicht, dass die meisten Mädchen etwas früher trocken werden als kleine Jungs.